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RENNWAGEN SELBER FAHREN !

Formelwagen selber fahren08. Juli 2010 - Ich gestehe: Ich bin einer von denen, die mitten in der Nacht aufstehen, um einen F1-Start live im Fernsehen anzuschauen.
Ich gestehe: Gokart-Fahren macht einen Heidenspaß !

Aber eins nach dem anderen.

Mein 50ter Geburtstag liegt erst ein paar Wochen zurück und meine liebe Frau schenkt mir von Jochen Schweizer ein „Hab-Spaß-Paket” namens RENNWAGEN SELBER FAHREN ! Nicht auszudenken, wenn ich irgendwann mal von mir gegeben hätte, daß ich Fallschirmspringen toll finde, ohne dazu zu sagen, daß ich nur tot aus dem Flugzeug springen würde.
Also, wir, sie und ich, rein ins Auto und von Berlin zum Eurospeedway Lausitz. Fahrzeit ca. 1 Stunde. An einer bewachten Schranke vorbei hinein ins allerheiligste des Rings und direkt zur Boxenanlage, wo die Firma Top Speed Racing ihre Fahrzeuge für uns „New Racers” bereitgestellt hat. Als erstes werden die Klamotten getauscht. Rein in den gestellten Renn-Overall und die dazu passenden Schuhe. Perfekt ! Die angekündigte Informationsrunde fängt verspätet an, ist aber relativ flottig erledigt.
Auf dem Weg zum Fahrzeug fühlen wir uns wie Gladiatoren. Der Instruktor erklärt uns die wesentlichen Elemente des Formel-Fahrzeugs und kurz darauf geht´s los. Zwei Mann auf einem Bock, nacheinander natürlich.  

Rennfeeling mal selbst erlebenWir sind an diesem Donnerstag nicht die einzigen auf der Piste. Fun Cars, Renntaxis und diverse Porsche haben auch ihre Ansprüche angemeldet.
Aber egal, jetzt geht´s wirklich los ! Einsteigen, bitte. Also, eine Sardine hat vermutlich mehr Platz in ihrer Dose als ein durchschnittlich großer Fahrer in diesem Formel Renner.
Die Gurte sind knalleng angelegt und außer Füßen und Armen ist nichts mehr zu bewegen. Es wird gekuppelt, gebremst und gasgegeben wie in einem PKW. Die Schaltung allerdings ist vorsintflutlich direkt am Gestänge und wird mir noch einige Probleme bereiten. Doch jetzt geht´s erstmal ab !

Vier Mann fahren hinter dem Instruktor her und dürfen ihn auch nicht überholen. Ist der Kollege hinter ihm langsam, sind wir auch langsam. Ist er schnell, dann...
Auf der Piste muß man sich erstmal orientieren, was gar nicht so einfach ist, denn der DTM-Kurs ist aus dieser Höhe nicht so gut einsehbar. Der Blick in den Rückspiegel ist lebenswichtig, da die anderen Jungs mit ihren fliegenden Kisten bestimmt doppelt so schnell sind wie wir.

Ganz schön eng...Der Fahrspaß wird allerdings massiv getrübt, weil die Nummer 13, sprich unser Wagen, nicht so richtig aus dem Knick kommt und zuletzt in der Boxeneinfahrt komplett seinen Dienst versagt. Folge: Abschleppen. Im Klartext: Der erste Stint war jetzt nicht so brüllermäßig. Jetzt Pause und der Kollege ist wieder dran. Wir fahren zweimal so ca. eine viertel Stunde - gefühlt.

Kollege kommt rein und ist ganz begeistert vom zweiten Renner. Ich steige wieder ein und gleich in der ersten Runden, ADAC-Kurve, ein Dreher. Diese Batterie funktioniert und ich kann den Wagen wieder starten. Zurück zur Box, kurze Ansage und weiter geht´s, weil ohne Kiesberührung.

Michael Goetze mit ErinnerungspokalDie anderen Kollegen sind mittlerweile ein gutes Stück voraus, also Gas geben, dafür sind wir ja schließlich hier. Und siehe da, jetzt kommt auch echter Fahrspaß auf. Ganz alleine drehe ich meine Runden und erst jetzt weiß ich die Leistung der Profis zu schätzen, obwohl die natürlich im Vergleich zu uns mit modernem Gerät unterwegs sind. Während ich am Ende der Start/Zielgerade bei Tempo 180 krampfhaft versuche den kleineren Gang einzulegen und den Kurvenscheitelpunkt zu treffen, knallen die, kurz an ihrer Wippe tippend, mit 300 vorbei. Uns trennen Welten in mehrerer Hinsicht. Ich schließe wieder zur Gruppe auf, was auch deren Langsamkeit belegt und schon ist das Spektakel auch vorbei.

Fazit: Trotz des „wunderschönen Erinnerungspokals” halte ich dieses Event mit € 599,- für viel zu teuer. Ein Hobby-Kartfahrer wird das Racing bzw. die freie Fahrt vermissen. Man ist immer vom Langsamsten abhängig und das kann schon etwas frustrieren. Die Erstlingsracer sind bestimmt total beeindruckt, auch von der Atmosphäre des Eurospeedways.

Quelle: Michael Goetze

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