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Kartfahrer 02-2005 - Bericht zum 24h Rennen Spreewaldring Waldow 23/24.04.2005

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Kart-World-Racing Team
Waldow, das 11. 24-Stundenrennen oder Hand auf den Helm! 

Waldow 24.04.2005 - Es war wieder einmal soweit: Der Spreewaldring richtete sein mittlerweile 11. 24-Stunden-Rennen aus. Der Wettergott spielte mit, trotz niedriger Temperaturen war an diesem Wochenende kein Regen in Sicht. Es sollte wieder einmal ein spannendes Rennen werden.

Mit einer Rekordzahl von 19 startenden Teams sollte es heiß hergehen.

Das freie Training wurde zur ersten Standortbestimmung für die Teams und Fahrer. Es zeichnete sich ab, dass das Kart World Team als letztjähriger Gewinner wieder gute Chancen auf einen Podiumsplatz haben würde. Im Qualifying musste der Sieger des vergangenen Jahres als Erster auf die Strecke gehen. Es war dem guten Einsatz von Tobias Ossmann zu verdanken, dass das Team dennoch auf Startplatz 1 landete. Der Start verlief recht unspektakulär - Kartworld konnte den 1. Platz behaupten, auf Platz 2 lag Team Honda mit Chris Flöting als Fahrer. Auf dem dritten Platz reihte sich das Team "Periode1" ein. In den folgenden 20 Minuten zeigte sich, dass die auf den Plätzen 4-8 folgenden Fahrer recht deutlich durch Periode 1 aufgehalten wurden. Team Kart World und das Team Honda konnten sich daher in den ersten Runden ziemlich deutlich vom Feld absetzen.

img_2011.jpgIn der folgenden Zeit wurde ersichtlich, dass das Team Honda anscheinend einen zu hohen Luftdruck gewählt hatte Chris Flöting vom Team Honda konnte den Anschluss zu Tobias Ossmann nicht halten, sein Kart lag deutlich unruhiger, teilweise fuhr er auf 2 Rädern durch die Kurve. Die Positionen 4-8 wurden jetzt ordentlich durchgewirbelt. Das Eagles Kart-Team, Bunter Haufen mit Dete konnte sich der Reihe nach an der Periode 1 vorbeischieben und die Jagd auf die beiden Führenden übernehmen. Gegen Ende der ersten Stunden lag das Team Kart World deutlich in Front - Tobias Ossmann baute seinen Vorsprung mit konstant schnellen Runden aus. Dahinter lag das Team Bunter Haufen 2 mit Dete am Steuer, welcher sich anschickte den 2. Platz zu übernehmen. Team Honda fiel in der Folgezeit etwas zurück. Nach etwa 45 Minuten gab es die erste Überraschung für alle Teams - das führende Team Kart World kam zu einem Tankstopp an die Box. Dies war eine taktische Vorsichtsmaßnahme, da man verhindern wollte, mit anderen Teams gleichzeitig zum Tankstop in die Box zu fahren. Am Ende der ersten 2 Stunden lag das Team Kart World mit 1,5 Runden Vorsprung in Front, auch die Positionen 2-5 waren nach den zwischenzeitlich erfolgten Tankstops einigermaßen gefestigt. An der Spitze zog das Team Kart World mit konstant guten Rundenzeiten einsam sein Bahn- auf den folgenden Plätzen gab es jedoch recht häufig Positionswechsel.

Dieses Jahr war die Werkstattcrew um Heiko Brademann sehr gut vorbereitet: Alle Karts der 9PS-Flotte waren mit neuen Motoren und verbesserten Chassis unterwegs. Auch die Achsschenkel waren diesmal von besonderer Güte ( ;-)). Selten hatte man es erlebt, dass die Werkstattgruppe einmal eine halbe Stunde ohne Schrauben das Renngeschehen mit verfolgen konnte. Alle Jahre zuvor herrschte immer ein reges Treiben in der Werkstatt. Dieses Jahr war davon nichts zu spüren, es herrschte totale Entspannung bei den einzelnen Service-Aktionen. Der Andrang betrug nie mehr als zwei Karts gleichzeitig im Service-Bereich. Dies ist schon fast als ein Wunder anzusehen, da die Teams sich auf der Rennstrecke nichts nahmen. Es gab einige spektakuläre Unfälle mit Ausritten auf den Wall, besonders vor der Einfahrt in die Boxengasse. Auch waren einige Überschläge, einhergehend mit einigen Verletzungen der betroffenen Fahrer, zu sehen: Das Honda Wablow-Team und Mamas Lieblinge waren die Leidtragenden dieser Aktionen.

img_1979.jpgDie Rennleitung um Andreas Gensch und Peter Zinn hatte alle Hände voll zu tun, um die Aggressivität aus dem Rennen zu nehmen. Dies wurde weniger durch Zeitstrafen für einige rüde fahrende Teams, denn durch verstärkten Einsatz des Safety-Cars realisiert. Es sorgte dann doch für einiges Gelächter und Spott in der Boxengasse, als das Safety-Car diesmal ein Porsche 911 bei einem Einsatz die Strecke verlassen musste: Es war einfach kein Benzin mehr im Tank! Das daraufhin eingesetzte Berge-Kart sorgte dann doch für etwas Unsicherheit bei den Fahrern auf der Strecke: Durch die, im diesen Jahr eingeführte Regel, dass bei Gelbphase alle Fahrer an den Gefahrenpunkten bis zur Aufhebung desselben eine Hand auf den Helm zu legen hatten, sorgte einerseits für Heiterkeit, andererseits für eine geringere Geschwindigkeit an den neuralgischen Punkten. So kam es vor, dass während der Safety-Car-Phase alle Fahrer sich den Helm festhielten! Die Interpretation der einzelnen Fahrer zu dieser Regelauslegung während der Gelb-Phasen ging von Helm stützen über Ohrenschmerzen bis hin zu Hände über den Kopf schlagen. Der Sinn und Zweck dieser Regel wurde aber nicht immer erreicht: Die deutliche Herabsetzung der Geschwindigkeit! So kam es vor, dass einige Teams trotz einer Hand am Lenkrad ihre Rundenzeit nicht verringerten. In der Regel sollte dies 2 5 Sekunden pro Runde ausmachen. Daher wirkte die Rennleitung mehrfach auf die Teamchefs ein, ihre Fahrer zu mehr Besonnenheit während der Gelb-Phasen zu ermahnen. Den Streckenposten sei hier ein Lob auszusprechen: Es grenzt schon an Selbstmord, die gelbe Fahne sichtbar auf der Rennstrecke bei unveränderter Geschwindigkeit der Karts anzuzeigen! Nichtsdestotrotz haben sie diese Aufgabe sehr gut gemeistert.

Wenn man sich das Rennergebnis ansieht, kann man feststellen, dass dieses Jahr die Rennflotte sehr nahe beieinander lag: Alle Topzeiten lagen innerhalb einer Sekunde! Ein so ausgewogenes Ergebnis ist nur der perfekten Vorbereitung des Service-Teams des Spreewaldrings zu verdanken! Andererseits ist die Leistungsdichte der einzelnen Teams höher geworden. Da zum Rennen auch die Teilnahme diverser Spaß-Teams gehört (jeder hat mal klein angefangen), ist hier an die Toleranz der erfahrenen Teams zu appellieren: Wenn ein Fahrer nicht so genau weiß, wie er andere Fahrer überholen lassen soll, gebt ihm eine Chance, es zu lernen. Die Rennleitung sollte hier die Aufgabe übernehmen, den neuen Teams zu erklären, wie dies gefahrlos geschehen kann. Aber auch den erfahrenen Teams sei hier ins Gewissen zu reden: Die Brechstange hilft in den seltensten Fällen!

img_2065.jpgEins fehlt noch zum Schluss: Die neue Regelung, dass in der Boxengasse nur am Ende der Wechselzone der Servicebereich zu erreichen ist, muss einfach klarer definiert werden. Es nervt ungemein, wenn man wiederholt darauf aufmerksam gemacht wird, diesen Weg einzuschlagen. Zwei Meter Hier und zwei Meter dort. Besser ist es, darauf zu achten, dass Nichtteilnehmer mit Babys auf dem Arm in die Boxengasse laufen! Malt einfach einen Zebrastreifen auf die Strecke, dann ist Schluss mit der Diskussion! Besser sind zwei Zonen, damit alle Teams den gleichen Weg haben.

Am Sonntag ging es nach wie vor heiß her im Kampf um die Positionen - einzig das Team Kart World konnte sich mit langsam aber stetig vergrößernden Abstand an Position 1 festsetzen. Die Teams auf den Plätzen 2-4 lagen nach wie vor innerhalb einiger weniger Runden, was bei einem 24h Rennen kein großer Abstand ist - ein Schaden am Kart, einem eine schwarze Flagge erhalten und schon kann die Platzierung dahin sein. In den Schlussstunden mobilisierten alle Teams nochmals ihre schnellsten Fahrer, um den jeweiligen Platz zu sichern oder noch eine Position gut zu machen. Einige heikle Minuten hatte das Team Kart World noch zu überstehen, da in den Schlussminuten offensichtlich beide Gaszugfedern gebrochen waren und das Kart fast auf der Strecke stehen blieb. Letztendlich wurde das Kart nach mehreren Versuchen getauscht und der Teamchef durfte das Ersatzkart entspannt ins Ziel tragen. Das diesjährige Kartrennen war wieder ein voller Erfolg für alle Teams. Es war geprägt von fairen Zweikämpfen, viele tollen Überholmanövern und nervenaufreibenden Positionskämpfen.

Leider haben sich einige Teams in diesem Jahr wohl teilweise selbst ein Bein gestellt - das Team Kart World hat mit seiner ruhigen und konstant schnellen Fahrweise verdient den Sieg geholt. Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr etwas spannender wird - eine Reihe von Fahrern verschiedener Teams haben auch dieses Jahr bewiesen, dass die Fahrer der Siegerteams bei weitem nicht unschlagbar sind. Insbesondere Christian Phillip vom Honda Team hat mit seiner phantastischen Rundenzeit von 39,63sec bewiesen, dass es auch schneller geht, als es die Kart World Fahrer gezeigt haben.

Die abschließende Siegerehrung war der letzte Höhepunkt dieses tollen Wochenendes. Der Wanderpokal wurde vom Bürgermeister überreicht und die beiden Girls aus Dresden mussten fleißig Medaillen und Pokale überreichen.

In diesem Sinne und in Vorfreude auf das 12. 24h-Rennen in Waldow - Hals und Beinbruch

Als kleine Nebenanekdote hat sich im Anschluss zum Rennen Christian Hellmig (Betreuer des Just 4 Fun Teams), unter dem Aufbau des Showpodiums, wo in der Nacht wieder die beiden heißen Girls aus Dresden die Fahrer anheizten, das Sprunggelenk ausgekugelt und einen Fuß dreimal gebrochen. Hiermit wünschen wir ihm gute Besserung. [P.L., G.F., T.D.]

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