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Es gab einmal eine Zeit, das war der Rallye-Sport beliebter als die Formel 1

Es gab einmal eine Zeit, das war der Rallye-Sport beliebter als die Formel 1. Die Rennautos wurden schneller, die Strecken waghalsiger, die Fahrer übermütiger. In der berühmten Gruppe B nahm der Rennsport ganz neue Dimensionen an. 1986 war ein Schicksalsjahr und markierte gleichzeitig das Ende dieser Unvernunft. Die Doku „Madness On Wheels“ widmet sich dieser kurzen, aber dennoch prägenden Phase des Rallying.
 
Für viele Fans der Rallye-Rennen war es die pure Ekstase: Sich auf die Rennstrecke stellen, in letzter Sekunde vor dem Wagen wegspringen, vielleicht sogar das Fahrzeug berühren, während es vorbei rauschte. Die Strecken führten die Rennautos durch Wälder, über Hügel, riesige Pfützen — bei Hitze, bei Schnee, bei Eisglätte. Die Rennwagen der Gruppe B waren zu leistungsstark, die Fans zu berauscht vom Kick, dem Tod von der Schippe gesprungen zu sein. Als sowohl Fahrer als auch Zuschauen zu tollkühn wurden, geschah ein Unglück nach dem anderen. Die Autos überschlugen sich, fuhren in die Zuschauermassen hinein. Diese kurze, aber dennoch an Verrücktheit und Übermut nicht zu übertreffende Phase des Rallying haben John L. Matthews und Richard Heap dokumentiert. Heraus kam „Madness On Wheels“, ein knapp einstündiger Dokumentarfilm. Für diesen konnten die Filmemacher Walter Röhrl, Stig Blomqvist, Jean Todt, Ari Vatanen, Michéle Mouton, Cesare Fiorio gewinnen. 

Geld, Macht, Autos und Menschenleben
Fast fünf Jahre, von 1982 bis 1986, schien es, als sei alles möglich in der Welt des Motorsport der FIA Gruppe B. Der Allradantrieb wurde zum Standard, die Konstruktionen der Autos ausgefeilter und robuster, die Fahrer erfahrener. Die PS-Zahl wurde immer höher nach oben geschraubt, von 150 PS wurde auf 500 PS aufgestockt — ein Wert, den man heutzutage erst begreift, wenn man ihn in kW umrechnet. Dort sollte es aber bei weitem nicht aufhören: bis zu 1500 PS waren geplant. Die Hersteller Audi, Ford, Lancia und Peugeot hatten nun mal das Geld (und inoffiziell auch das Sagen) im Motorsport, und so erschufen sie, wie Viele sagen, wahre „Straßenmonster“, die später Menschenleben kosten würden. 1986, nach dem Tod von Henri Toivonen und seinem Mitfahrer in Korsika, war endgültig Schluss für die Gruppe B. 


Hier schreibt der Regisseur John L. Matthews, der schon Produzent von „Grand Prix, the Killer Years“ und „Deadliest Crash“ war, in einem Gastbeitrag über seine Faszination für die Gruppe B: „Die Fahrer waren verrückt, die Autos noch verrückter. Es war eine überdrehte Phase. Und selbstverständlich — wie es nun mal der Fall ist, wenn jungen Männern erlaubt wird, überzuschnappen — musste es entsetzlich schief gehen.“ 
Die Rezensenten sind sich einig: „Madness On Wheels“ ist absolut sehenswert — und ein Dokumentarfilm, der sowohl fasziniert als auch viele Nerven kostet.

Tags: FIA Audi Formel1 Ford Rallye Madness On Wheels Rallying Gruppe B Dokumentarfilm Henri Toivonen Walter Röhrl Stig Blomqvist Jean Todt Ari Vatanen Michéle Mouton Cesare Fiorio Lancia Peugeot

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